Montag, 21. Januar 2008

Wolfgang Clement: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe"

Angesichts der aktuellen Nachrichten stellt sich die Frage inwieweit eine sinnvolle Politik gemacht werden kann, wenn Politiker selbst so stark abhängig sind und einseitige Interessen vertreten, weil ganz persönliches Nutznießertum eine große Rolle spielt.

Die Politikerkarriere eröffnet manchem später eine vor allem finanziell äußerst lukrative "Karriere" in der Industrie. So eben auch bei Wolfgang Clement. Er ist Jurist, im Lebenslauf wird die 1. Staatsprüfung und ein Rechtsreferendariat erwähnt. Ob er Volljurist, d.h. auch sein zweites Staatsexamen gemacht hat bleibt im Lebenslauf offen.(http://www.hwk-duesseldorf.de/veranstaltungen/meisterfeier/vitaclement.html)

Vom Juristen zum Chefredakteuer. Vom Chefredakteur in die Politik. Von der Politik in die Energiewirtschaft (RWE)
Wenn man diesen Werdegang betrachtet, so fragt man sich, ob ein normaler Jurist - ohne weitere juristische Berufserfahrung - eine derart lukrative Aufgabe in einem großen Energieversorgungsunternehmen bekommen hätte?

Nein, hätte er nicht!

Was zeichnet dann einen ehemaligen Politiker für eine solche Position aus? Wohl seine politischen Beziehungen!

Auch Axel Horstman und viele andere Politiker haben ihr politisches Engagement für persönliche, finanzielle Interessen aufgegeben......
FAZIT:
Um Politiker für ein bestimmtes Ressort zu werden, muss man keine besonderen Kompetenzen dafür mitbringen. Einem Politiker wird schlicht unterstellt, dass er es "kann", weil er diese (Minister-)Position übertragen bekommen hat. Auch für die spätere Karriere benötigt ein ehemaliger Politiker keine hierfür notwendigen Kenntnisse oder gar eine Berufsausbildung. Man bekommt den Job, weil Politiker "Beziehungen" und "Einfluß" haben.

So stellt sich die Frage, inwieweit Politiker überhaupt in der Lage sind, ein Land im Interesse seiner Gesellschaft, d.h. seiner Einwohner sinnvoll zu regieren. Denn dies sollte doch - unabhängig von einer parteipolitischen Position - das oberste Ziel sein. Dazu gehört weniger Egoismus und mehr Altruismus.

Warum sind unsere Energiekosten so hoch? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.......

Montag, 7. Januar 2008

"Nicht in Gefängnisse, sondern in bessere Schulen investieren"

sagt der Autor der von der "Bild-Zeitung" zitierten KFN-Studie, Prof. Christian Pfeiffer (früherer Justizminister in Niedersachsen). Weiter unten habe ich hierzu Links gesammelt - alles Interviews mit Herrn Pfeiffer zum Thema.

FAZIT von Herrn Pfeiffer:
  • 1. Das Beispiel Hannover zeigt deutlich, dass ausländische Jugendliche deutlich weniger straffällig werden, sofern sie die Möglichkeit besserer Bildungschancen haben.
  • 2. Alle Studien belegen, dass härtere Stafen keinerlei Wirkung erzielen. Angeblich werden 80% der Jugendlichen nach Gefängnisstrafen wieder rückfällig. In der Schweiz werden straffällig gewordene Jugendliche in entsprechenden Einrichtungen "therapiert" ==> Rückfallquote 45% !
  • 3. Anstatt Gelder in die Finanzierung für freihheitsentziehende Maßnahmen zu stecken, sollte das Geld lieber in die Kriminalitätsprävention (d.h. bessere Schulbildung und Betreuung) investiert werden.

Und hier noch ein interessanter und lesenswerter Artikel : Interview mit Herrn Walter(Jurist): Leiter des Jugendgefängnisses Adelsheim (bei Heilbronn):
http://www.suedkurier.de/nachrichten/seite3/art1798,2990511,0

Einige Online-Nachrichtenmagazine im Interview mit Herrn Pfeiffer:
http://www.lr-online.de/nachrichten/LR-News-Justiz-Jugend-Kriminalitaet;art18235,1894015
www.lr-online.de/_/tools/pdfpage.html?arid=1894015
pnp.de: hier

Noch mehr zum Thema Jugendkriminalität:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1600888
http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/politik/deutschland/516393
http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Tpl~Ecommon~SThemenseite.html
http://www.stern.de/politik/panorama/:M%FCnchner-U-Bahn-%DCberfall-Hass-Leben/606561.html
http://www.welt.de/politik/article1506278/Zypries_gegen_Erziehungscamps_fuer_Jugendliche.html
Dort finden Sie zahlreiche weiterführende Links


Donnerstag, 3. Januar 2008

Bild: Studie beweist: Junge Ausländer doppelt so gewalttätig wie junge Deutsche

Zitat aus Bild.de: "Hannover – Wie gewalttätig sind ausländische Jugendliche wirklich? Die offiziellen Statistiken von Polizei und Justiz sagen wenig darüber, wie häufig türkische oder russische Jugendliche zuschlagen, rauben und erpressen. Weiter: hier

Wieder ein schönes Beispiel, wie Meinungen gemacht werden.

Zunächst findet sich in der Studie von Prof. Pfeiffer: "
BAIER, D. & PFEIFFER, C.
Gewalttätigkeit bei deutschen und nichtdeutschen Jugendlichen - Befunde der Schülerbefragung 2005 und Folgerungen für die Prävention(KFN-Forschungsbericht; Nr.: 100)"
folgende Feststellung:
"Dass sich Jugendliche mit Aussiedlerhintergrund tatsächlich gewalttätiger als Deutsche verhalten, wird allerdings nicht von allen Studien gleichermaßen berichtet."

Interessant ist, dass die von "Bild" herangezogene Studie (= Befragung Jugendlicher, aber keine echte Messung der Kriminalität Jugendlicher!!!) die Altersgruppe betrifft, in welcher sowieso über Generationen hinweg immer die höchste Kriminalitätsrate (insbesondere bei männlichen Jugendlichen)anzutreffen ist!!
Ausführlich und in differenzierterer Lesart: hier

Bericht der KFN zur Kriminalitätswahrnehmung: hier
In diesen Bereich fällt auch die von Bild erwähnte "Studie" !!!

Dort geht es ja nicht darum, die tatsächliche Kriminalität zu erfassen, sondern die wahrgenommene Kriminalität von Jugendlichen. Aus eigenen Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen ist mir bekannt, dass diese gerne "polarisieren". Treten Konflikte in Peer-Groups zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Nationalitäten auf, so werden "Schuldzuweisungen" und "böse Absichten" gerne wechselseitig verteilt. Dass ausländische Jugendliche, insbesondere an Schulen und Orten, wo Integrationsbemühungen weitgehend gescheitert sind, eine höhere Neigung zu Gewalt und Konflikten haben, soll nicht bestritten werden. Allerdings wird aus der berichteten Vielfalt und den stark variierenden Ergebnissen der geschilderten Befragungen deutlich, dass sehr große (örtliche!!) Unterschiede bestehen.

Die von Bild-Online und in der Bild-Zeitung genannten Zahlen und Werte konnte ich allerdings in den Originalstudien nicht finden !!


Zur "tatsächlichen", d.h. echten Kriminalitätsrate Jugendlicher liefert die KFN folgenden Bericht: hier
Zitat:
"Allerdings entscheiden die Medien weitgehend selbst, was für sie berichtenswert ist und was nicht. Die öffentlich-rechtlichen und in besonderem Maße die privaten Fernsehanstalten sind darauf angewiesen, dass ihr Angebot beim Publikum Nachfrage findet. Daher treffen sie ihre Auswahl an Themen und Darstellungsformen oftmals in einer Weise, die den vermuteten Erwartungen des Publikums am besten entspricht (Windzio Kleimann 2006)...[...]..Auf der Grundlage der polizeilichen Kriminalstatistik lässt sich ..[..]- für die3 beiden Zeitperioden 1993 bis 2003 sowie 1995 bis 2005 recht übereinstimmend ein Rückgang der Kriminalität in wesentlichen Bereichen feststellen, wobei über die meisten Delikte hinweg der Rückgang von 1995 bis 2005 sogar noch etwas stärker ausfällt als zwischen 1993 und 2003.


Und was sagt Bild zum Rückgang der Kriminalität und zu den völlig anders liegenden Kriminalitätsraten ausländischer Jugendlicher in den echten Kriminalitätsstatistiken?
FAZIT:
Anhand "verdrehter" statistischer Zahlen und Forschungsberichte werden Meinungen "manipuliert". Das "Symptom" soll mittels "Verschärfung der Strafmaßnahmen" gegen Jugendliche "behandelt" werden. Ein Zufall, dass einzelne Politiker dieses Thema in den Mittelpunkt ihrer Reden gestellt haben? Die Ursachen der Probleme bleiben unberücksichtigt............

Nachtrag:
Artikel in der "Süddeutschen"
Erziehung jugendlicher Straftäter "Wir holen nach, was sonst im Vorschulalter vermittelt wird"
Lothar Kannenberg, Gründer der erfolgreichen Jugendhilfeeinrichtung "Boxcamp", über die Debatte zur Verschärfung des Jugendstrafrechts und den richtigen Umgang mit jugendlichen Intensivtätern.
Interview: Gökalp Babayigit

Ausführlich: hier



Mittwoch, 2. Januar 2008

Bild-Kinder-Report: "Lesen schützt vor Alkohol und Drogen"

Wie schafft man mit "objektiven" Daten eine "subjektive" Wirklichkeit ?
Der "Bild-Kinderreport" hat 1002 Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren befragt: hier
Wer diesen Bericht liest lehnt sich beruhigt zurück und denkt "ich dachte gar nicht, wie vielen Kindern in Deutschland es sooo gut geht.......".

Wirklich? Sind Sie sicher?

Damit Sie mir inhaltlich folgen können, bitte ich Sie den kurzen Artikel vorher zu lesen. (Bitte haben Sie Verständnis, dass ich aus urheberrechtlichen Gründen an dieser Stelle nur auf den Originalartikel verweisen kann)

Und nun "mein" Bericht zu den Forschungsergebnissen:

  1. Nahezu ein Drittel der Kinder gehen nicht gerne zur Schule. 14 Prozent sorgen sich häufiger um ihre Noten und Zeugnisse
  2. Für deutlich über ein Drittel ist die Mutter nicht die wichtigste Bezugsperson und über die Hälfte der Kinder vermissen die Beziehung zum Vater
  3. 81 Prozent ziehen die Freunde in ihrer Freizeit der Familie vor. Fast ein Drittel der Kinder spielt nicht gerne draußen.
Und was erleben Sie nun? Dasselbe wie vorhin?

Dabei habe ich die Forschungsergebnisse überhaupt nicht verändert - nur anders berichtet..........

Nachtrag:
Zum Thema im Blog von Dr. Blume:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4577311/
....[...]
Unter hohem Zeitdruck überflogen Journalisten den Text, pickten die eingängstigsten Zahlen heraus (z.B. "40% fundamentale Muslime!") und verpackten das Ganze in möglichst peppige Überschriften.....[..]

Nachtrag 2:
Ein Beispiel zur "Desinformation" durch Informationsverweigerung von Marc Scheloske: hier