Samstag, 1. März 2008

Leben bis zum Schluss

Täglich werden Erzieher und Lehrer mit einzelnen Schicksalen konfrontiert. Der "Tod" und "Krankheit" stehen auf dem Lehrplan....und nur wenige kümmern sich darum....

Wieviel Begleitung brauchen Betroffene und Angehörige, wenn eine todbringende Krankheit ein Familienmitglied erfasst ? Welche Stützfunktionen bietet unsere Gesellschaft und wie sieht das veränderte Leben in einer solchen Situation aus?
Das Wissen über die Bedeutung der Psyche für die Krankheitsbewältigung:
Die Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie (Erläuterung von Dr. med. Klaus Mohr) und die Medizinische Psychologie betonen die Bedeutung der psychischen Verfassung für eine angemessene Krankheitsbewältigung. Ihre Forschungen belegen, dass das seelische Wohlbefinden einen großen Einfluß auf die Krankheitsschwere hat. Sie liefert Einsichten in die Möglichkeiten (und Grenzen) zum Wirken der Selbstheilungskräfte.
In der Arztausbildung ist die Arzt-Patient-Kommunikation zwischenzeitlich fester Bestandteil:
Die "heilende"Wirkung eines guten Gesprächs - Therapie von warmherzigen Ärzten wirkt besser - "Heilung hat immer auch etwas mit psychischen Aspekten zu tun"

Jedoch sieht die Realität - dank unseres betriebswirtschaftlich orientierten Gesundheitswesens - völlig anders aus: Die Tagespost.
"Wir brauchen andere, ganzheitliche Strukturen. Medizin und Pflege müssen wahrnehmen, dass Schwerstkranke und Sterbende auch Teil des Gesundheitssystems sind."

Keine Zeit für Patienten (z.B.hier), Ärzte- und Pflegepersonalmangel in Kliniken (z.B. hier und hier) führen zu stark belastenden Faktoren für chronisch Kranke, Schwerkranke und ihre Angehörigen.

Indirekt sind Erzieher und Lehrer (*m+w) immer wieder mit dem Schicksal ihres Klientels als Betroffene oder Angehörige konfrontiert. Manche plötzlich auftretenden "Verhaltens- oder Schulleistungsstörungen" resultieren aus der unerwarteten Konfrontation mit dem Krankheitsschicksal.

In der Erzieher- und Lehrerausbildung* sind solche Aspekte des Berufsalltags in der Regel nicht Bestandteil eines Ausbildungsangebotes. Auch hier zeigen sich die Defizite einer technokratisch ausgerichteten pädagogischen Anschauung, mit ein Grund warum sich diese Berufsgruppe im Berufsalltag so entschlossen von der "abgehobenen" Theorie abwendet. Nun, jammern hilft hier nicht und gerade für solche Aspekte sind möglicherweise "echte" Lebensberichte die besseren "Lehrmeister":

Petra Thorbrietz schildert in ihrem Buch "Leben bis zum Schluss" einfühlsam und informativ, wie sie ihren krebskranken Ehemann begleitete:


Abschiednehmen und würdevolles Sterben - eine persönliche Streitschrift
Zabert Sandmann Verlag, Hardcover mit SU, 176 Seiten, 16,95 € [D] · 17,50 € [A] · 29,95 sFr, ISBN: 978-3-89883-186-4
Ein Plädoyer gegen das Wegsehen und für einen anderen Umgang mit dem Tod +++ Zwischen Zuwendung und Leid: ein Erlebnisbericht +++ Wie menschlich ist unsere Medizin?

Nähere Informationen zum Buch: hier

1 Kommentar:

Alexander hat gesagt…

Auf Grund des prognostizierten Anstiegs der Pflegebedürftigen benötigen wir in Deutschland im Umkehrschluss auch mehr Menschen, die sich in den Pflegeberufen engagieren oder ausländische Pflegekräfte